Ortsgruppe Gailingen

Schotterbeete sind keineswegs pflegeleicht

Wer denkt, ein «Schottergarten» ist pflegeleicht, ist schlecht beraten. Mit der Zeit sammeln sich Blätter zwischen den Steinen, die zerfallen und so Nährboden für anfliegende Samen bilden.

In Mode gekommen sind so genannte Schotterbeete. Mit einer Folie werden der Boden abgedeckt und kantige Steine verteilt. Manchmal findet sogar eine Buchsbaumkugel oder ein Ziergras Platz. «Dieser Schottergarten macht ja gar keine Arbeit, der Nachbar hat es ja auch gemacht», denken sich viele Gartenbesitzer. Aber weit gefehlt! Mit der Zeit sammeln sich Blätter zwischen den Steinen, die zerfallen und Keimmöglichkeiten für die vom Wind herangetragene Samen bilden – als Erstes Löwenzahn und Disteln. Es ist mühsam, diese zwischen den Steinen herauszubekommen. – Von wegen pflegeleicht.
Dass solche Schotterbeete zusätzlich das Kleinklima an Terrasse und Weg aufheizen und das Bodenleben stören, wird kaum beachtet. Durch die Folie können bodenlebende Tiere nicht an die Oberfläche gelangen. Wertvolles Regenwasser kann wegen der Folie nicht in den Boden eindringen und fließt oberflächlich ab. Die Schotterbeete sind zu lebensfeindlichen Steinwüsten geworden.

Dabei geht es einfacher: Wer noch wenig Gartenwissen gesammelt hat, sucht Rat beim nächsten Gartenbauer oder -architekten. Selbst in Staudengärtnereien bekommt man meist eine gute Beratung. Denn wenn die Stauden und Bodendecker erstmal gut eingewachsen sind und ein Bodenschluss nach wenigen Jahren erreicht ist, kommen auch keine Wildkräuter mehr durch. Und selbst wenn – sie stören in einer artenreichen Bepflanzung kaum noch. Es blüht, Leben kommt in den Garten, Schmetterlinge kommen, das Regenwasser kann wieder versickern und die Verdunstung sorgt für angenehme Kühle.

Wer einen Schottergarten begrünen möchte, sollte möglichst die Folie darunter entfernen oder wenigstens durchstechen. Mauerpfeffer, Fetthennen oder die beliebten Hauswurzarten können so einen Schottergarten begrünen. Überdecken Sie die Schottersteine mit etwas Sand oder einem Kies-Sandgemisch und pflanzen Sie darauf trockenheitsliebende Pflanzen der Kategorie «Steingarten» wie Polsternelken, Felsenkraut und Fetthennen. Sie und die Insekten werden staunen!

Bild und Text: Uwe Messer
 

 

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