Ortsgruppe Gailingen

Das ist der BUND Gailingen

Ein rühriger Vorstand und viele aktive Mitglieder – so wünscht man sich eine BUND Ortsgruppe. In Gailingen ist das Ideal schon ganz gut erreicht. Begonnen hat alles 1985 mit dem Schutz und der Pflege der vielfältigen Flora und Fauna in Gailingen – zum Beispiel im jüdischen Friedhof.

Vier Clips über den BUND Gailingen

Der BUND Konstanz hat eine Reihe von Filmen produzieren lassen, die für die Gewinnung von neuen Mitgliedern genutzt werden. Nehmen Sie sich etwas Zeit und lassen Sie sich von unserem ersten Vorsitzenden Reimund Auth über die Hintergründe einiger Projekte erzählen! Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Schauen!

BUND Gailingen bekommt zwei neue Vorstandsmitglieder – Jahresbericht 2020 veröffentlicht

Die neuen BUND-Vorstandsmitglieder: Susanne Bernhardt und Dr. Uwe Messer.

Die diesjährige Jahresversammlung des BUND stand im Zeichen von Wechseln im Vorstand. Nach langjähriger Tätigkeit sind Ute Geprägs und Beate Wälder zurückgetreten. An ihre Stelle treten Susanne Bernhardt und Dr. Uwe Messer, die einstimmig gewählt wurden. Susanne Bernhardt ist Dipl.Ing. Feinwerktechnik und arbeitet als Produktmanagerin für Glasfaser-Übertragungstechnik. Sie war zwischen 2015 und 2018 Vorstandsmitglied beim NABU Radolfzell und ist seit 2015 Kassenwartin bei der Rehrettung Hegau-Bodensee e.V. Dr. Uwe Messer lernte Landschaftsgärtner und studierte Landschaftsarchitektur. Er arbeitet als Projektleiter beim Bündnis «Kommunen für biologische Vielfalt» und sitzt als Mitglied der SÖL (Sozial Ökologische Liste) im Gemeinderat in Gailingen.
Im Rahmen der Jahresversammlung hielt Reimund Auth noch einmal Rückschau auf das vergangene Jahr, das durch die noch immer anhaltenden Einschränkungen wegen der Pandemie geprägt war. Mit dem Lebensturm, der Artikelreihe «Mein naturnaher Garten», der Stellungnahme zum Baugebiet «Bei der Erlenwies» oder der Pflege des jüdischen Friedhofs fanden dennoch viele wichtige Aktivitäten statt. Den vollständigen Jahresbericht können Sie hier herunterladen. Das Protokoll können Sie ebenfalls vollständig einsehen.

Der Vorstand setzt sich aktuell wie folgt zusammen: Reimund Auth (1. Vorsitzender), Roman Döppler (2. Vorsitzender), Susanne Bernhardt (Schatzmeisterin), Daniel Fleischmann (Öffentlichkeitsarbeit), Uwe Messer und Hannes Vehrke. Ansprechpartner: Reimund Auth, Telefon: 07734/2630.

Die Satzung des BUND-Gailingen zum Download.

Wie der BUND Gailingen entstand

Die BUND-Ortsgruppe 1985 gegründet. In diesen über 30 Jahren gab es viele Aktivitäten.

Die Geschichte bis 2010

Seit 1995 betreiben wir eine Korksammlung und unterstützen damit den Recycling-Gedanken und die Epilepsie-Stiftung in Kehl-Kork.


• Am Anfang stand die Erfassung der besonders vielfältigen Flora und Fauna auf der Gemarkung Gailingen (u.a. mit über 20 Wildorchideenarten) v.a. auf den Halbtrockenrasen des Rauhenbergs und in den Feuchtgebieten östlich und westlich des Ortes. Daraus ergaben sich schnell umfangreiche Landschaftspflege-Maßnahmen im Bereich bereits verbuschter oder von Verbuschung bedrohter Flächen, die über viele Jahre zum Teil ziemliche Knochenarbeit und viel Schweiß bedeuteten. Ergänzend wurden Ausstellungen und Vorträge u.a. zu «Seltenen Pflanzen in Gailingen», «Mostkultur – früher und heute» oder «Die Bedeutung der Streuobstwiesen» angeboten und durchweg gut besucht.


• Ein zweiter Schwerpunkt, nämlich Energie, ihre umweltgerechte Erzeugung und Einsparmöglichkeiten, beschäftigt uns ebenfalls von Anfang an und wurde uns in der Folge von  Tschernobyl 1986 immer wichtiger. Selbstverständlich begleiten wir bis heute sehr kritisch die Aktivitäten der schweizerischen NAGRA (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) in unserer unmittelbaren Nachbarschaft jenseits der Grenze.



• Auf Bitte der Gemeinde hat sich die Gailinger BUND-Gruppe 1994 zur Pflege des Jüdischen Friedhofs bereiterklärt und ist bis heute auf diesem besonders wertvollen Orchideenstandort aktiv. 

• Seit 1995 betreiben wir eine Korksammlung und unterstützen damit den Recycling-Gedanken und die Epilepsie-Stiftung in Kehl-Kork. An zehn Arbeitsplätzen prüfen Menschen mit Behinderungen die Korken auf Fremdstoffe, wie Metall oder Verschlüssen aus Kunststoff. Ein Teil des hergestellten Korkschrots wird in der «Manufaktur» einer Arbeitsloseninitiative des Diakonischen Werkes in Freiburg zu hochwertigen Korkschrot-Lehmbausteinen verarbeitet, die ebenfalls im Öko-Hausbau oder in der Sanierung von Fachwerkhäusern verwendet werden. Sortierte Korken werden auch zur Produktion von Korkplatten abgegeben. Gesammelt werden die Korken an fast 3000 Sammelstellen in Deutschland und im Ausland. Die Sammelstellen befinden sich vor der Gailinger Poststelle sowie im Getränkemarkt des Ortes.

• Seit 1998 beteiligen wir uns regelmäßig am Kinderferienprogramm der Gemeinde. Seitdem können Hunderte Gailinger Kinder aus dem Stegreif Fragen zum Leben der heimischen Fledermäuse beantworten.

Die jüngere Geschichte

2012 richteten wir ein «Hotel» für Mehlschwalben in der Rauhenbergstraße ein.

• Im Jahr 2012 richteten wir ein «Hotel» für Mehlschwalben in der Rauhenbergstraße ein. Wir entschlossen uns zu dieser Investition, nachdem wir durch Erhebungen über die letzten drei Jahre festgestellt hatten, dass jedes Jahr weniger von Schwalben selbst gebaute Nester zu finden waren und die Anzahl an Mehlschwalben in Gailingen zurück ging. 2015 ergänzten wir das Hotel mit einer akustischen Lockanlage.


• Um nicht nur gegen etwas zu sein (nämlich die Atomenergie), sind wir seit 2001 an der Bürgergesellschaft «solarcomplex» zur Förderung regenerativer Energien in der Region beteiligt. In der Folge konnten wir in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Privaten und solarcomplex den Aufbau von Photovoltaikanlagen u.a. auf dem neuen Wasserhochbehälter der Gemeinde und verschiedenen Privathäusern unterstützen.


• Seit Beginn des letzten Jahrzehnts kam das Thema «Gentechnik in der Landwirtschaft» immer wieder in Vorträgen, Filmvorführungen und über das Verteilen von Informationsmaterial zur Sprache.


• Seit Jahren besteht eine gut Zusammanarbeit mit der Gailinger Schule, der wir Naturarbeitshefte sponsern und die unserer Kindergruppe bei besonders schlechtem Wetter Unterschlupf gewährt. 


• Ebenfalls seit Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Schaffhauser Naturschutzverein «Turdus», der sich v.a. bei der Anlage und dem Ausbau von Feuchtgebieten im Osten von Gailingen und im Staffelwald stark engagiert hat.


• Nach längerer Vorbereitungszeit gibt es seit 2010 auch in Gailingen eine regelmäßige BUND-Kindergruppe mit der Naturpädagogin Iris Auer, die von Anfang an gut besucht war und sich großer Beliebtheit erfreut.


• Der Gedanke, dass die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeugs (Car Sharing) auch ausserhalb von Städten Sinn macht, gewinnt an Boden. Der BUND Gailingen führte darum am 28. März 2017 eine Veranstaltung zu diesem Thema durch. Zum Vortrag wurde Andreas Gerlach, Energieberater und Anbieter für Elektromobilität-Car-Sharing aus Rielasingen-Worblingen, eingeladen. Die wichtigsten Aspekte zum Thema haben wir in der Dokumentation E-Mobilität und Car-Sharing in Gailingen zusammengetragen.

•  Mit großem Erfolg führten wir seit 2017 im Herbst einen Warentauschtag durch. Damit leisten wir einen Beitrag, unnötigen Müll zu vermeiden. Intakte Dinge, die nicht mehr genutzt werden, werden an andere weitergegeben. Die Gemeinde Gailingen trug die Aktion beide Male mit. Das Konzept unterscheidet sich von den bestehenden Flohmärkten oder Sozialkaufhäusern, da kein Geld fließt und alle Arbeiten ehrenamtlich geleistet werden. Am 23. Oktober 2021 wird wieder ein Warentauschtag stattfinden.

• Ein besonderes Highlight bildete 2020 der Bau eines Lebensturmes. Wir haben die Aktion sorgfältig auf unserer Website dokumentiert und sogar einen kleinen Film darüber gemacht. Nachahmung empfohlen! In diesem Jahr nutzten wir zudem unsere Expertise und verfassten eine Eingabe zum geplanten Baugebiet Erlenwies, das wir sehr kritisch sehen. Die vollständige Eingabe können Sie herunterladen. Weitere Planungsdokumente der Gemeinde finden Sie unter deren Website.

Es sieht nicht so aus, als würde uns die Arbeit ausgehen, und so möchten wir weiterhin zusammen unseren Mitgliedern, Unterstützerinnen, Freunden und Helferinnen nach dem Motto «Global denken – lokal handeln» tätig sein.  

Der aktuelle Jahresbericht

Hier finden Sie den vollständigen Jahresbericht 2020. Trotz Corona-Einschränkungen gab es eine Reihe von Höhepunkten: Der Bau eines Lebensturm, die Artikelreihe «Mein naturnaher Garten», die Stellungnahme zum Baugebiet «Bei der Erlenwies» oder die Pflege des jüdischen Friedhofs.