Ortsgruppe Gailingen

Im Totholz entsteht neues Leben

Totholz kann im Garten dient als wertvoller Lebensraum für viel Tiere aber auch Pflanzen wie Moose, Flechten und Pilze.

Während des Jahres werden immer mal wieder Äste im Garten abgeschnitten, da sie zu weit in den Rasen oder Weg wachsen. Im Herbst geht es dann meist mehr zur Sache, wenn Sträucher stärker beschnitten oder auch verjüngt werden, d.h. alte dicke Äste ganz unten am Strauch entfernt werden, damit wieder frische Austriebe durchtreiben und der Strauch nicht vergreist.

Das Schnittgut muss dann nicht mühsam in die Biotonne geschnitten oder für die Heckenschnitt-Abfuhr gebündelt werden, sondern bleibt als Totholzhaufen oder Benjeshecke im Garten. Für eine Benjeshecke schlagen Sie je nach Platz Holzpfosten parallel im Abstand von ca. einem halben oder ganzen Meter ein und schichten darin die abgeschnittenen Äste. Mit der Zeit bildet sich eine höhere Hecke. Man nennt sie auch «Kackhecke», weil die Vögel sich gerne auf diese Erhöhung setzen und ihr Geschäft verrichten. Im Kot sind meist Samen von Heckenkirsche, Pfaffenhut oder anderen Wildgehölzen enthalten, die dann am Grund der Hecke keimen. Irgendwann freuen Sie sich über das neue Grün mit heimischen Sträuchern. Eine Benjeshecke ist auch ein gemütliches Versteck für Säugetiere wie den Igel oder für Reptilien und Vögel, den kleinen Zaunkönig etwa.

Wird ein Baum gefällt, bringt auch sein Holz im Garten großen Nutzen. Kurze Stämme schichtet man einfach als Totholzhaufen auf. Je nach Standort, also in der Sonne oder im Schatten, werden unterschiedliche Tiere darin einen neuen Lebensraum finden. Stehendes Totholz wie ein Baumstumpf in der Sonne bietet beispielsweise Wildbienen als Nistmöglichkeit. In alten Käfergängen legen sie ihre Eier ab. Morsches Holz ist ein großartiger Tummelplatz für Käfer, Asseln oder Würmer. Auch Pilze, Flechten und Moose finden hier einen idealen Lebensraum. Und nach ein paar Jahren ist das Holz zu Mulm zergangen und dient als nährstoffreicher Humus für ihre Gartenpflanzen. Wie praktisch, spart man sich den teuren Mineraldünger. So einfach kann Gärtnern sein.

Bild und Text: Uwe Messer

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