Ortsgruppe Gailingen

Wildstauden als Insektenmagnet

Blühendes Gemüse wie Schalotte sind wie Wildstauden ein Insektenmagnet.

An einen reich gedeckten Tisch setzen wir uns doch gerne. Auch die Insekten freuen sich über ausreichende Nektar- und Pollenpflanzen. Egal ob im feuchten Schatten, trockenen Halbschatten oder in voller Sonne – für jede Situation im Garten gibt es auch die richtigen Pflanzen. Sie müssen nicht den Boden austauschen, düngen oder mit Sand abmagern.

Gefüllt blühende Pflanzen, ob bei den Sträuchern, Zwiebelblumen oder den mehrjährigen krautigen Pflanzen (Stauden), sind nicht geeignet. Auch sollte man weniger exotische Arten verwenden, diese haben zwar auffallende Blüten. Sie erfreuen aber meist nur uns selber. Sie werden zwar angeflogen, aber ihre Laubblätter sind zum Fressen nicht immer für spezialisierte Schmetterlingsraupen geeignet oder die Stängel zur Eiablage unbrauchbar.

Als Insektenmagnete fungieren viele Wildstauden. Eine Gruppe fällt besonders auf, die Doldenblütler wie die Wilde Möhre, Fenchel oder Dill. Letzterer zählt jedoch nicht zu den heimischen Arten aber hat einen attraktiven Wildstaudencharakter. Diese Gewürz- und Gemüsepflanzen mit ihren großen Doppeldolden sind eine reiche Nektarquelle für Raupen, Käfer, Wespen und Fliegen. So haben die Raupen des Schwalbenschwanzes das feine Laub des Fenchels zum Fressen gern. Falter stehen auf Disteln. Die imposanten Kugeldisteln oder die Edeldistel lieben vollsonnige Standorte und kommen mit Trockenheit gut zurecht.

Eine weitere große Familie sind die Schmetterlingsblütler. Zu ihnen gehört die Platterbse oder die Wicke, deren Blätter von Raupen der Bläulinge oder des Senfweißlings gefressen werden. Bei den Futterpflanzen zählt das Labkraut zu den Hitpflanzen, denn 68 Schmetterlingsarten ernähren sich von ihrem Laub oder vom Blütennektar. Auch bei den Gewürzpflanzen kann man nichts falsch machen. So lockt der Gewöhnliche Dost 62 Schmetterlingsarten an oder der Thymian mit immerhin 29 Schmetterlingsarten. Lassen Sie doch auch mal Gemüse wie Brokkoli oder Zwiebeln blühen, sie werden sich wundern, wie viele Insekten sich darauf stürzen!

Bild und Text: Uwe Messer

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